Deutschland

Was die deutschen sozialen Medien an diesem Sonntag so erregt

Sonntagskaffee, Smartphone in der Hand – und schon gibt es wieder reichlich Gesprächsstoff. Die deutsche Social-Media-Landschaft hat auch heute ihre ganz eigenen Aufreger. Ganz oben auf der Liste: "Kriegskanzler" Merz im verbalen Krieg mit der wehrlosen Kinderärztin Bea Merscher.
Was die deutschen sozialen Medien an diesem Sonntag so erregtQuelle: RT © Illustration und Collage: X/RT/KI generiert

Sonntagsruhe? Nicht in Deutschland.

Während der eine noch am Kaffee nippt und der andere versucht, halbwegs entspannt ins abkühlende letzte Augustwochenende zu starten, hat das politische Internet längst ein neues Aufregerthema gefunden.

Merz gegen die Kinderärztin

Nach der RTL-Sendung "Am Tisch mit Friedrich Merz" sorgt ein Bericht der Kinderärztin Bea Merscher für heftige Reaktionen. Merscher zufolge habe Bundeskanzler
Merz ihr gesagt, ihre Äußerungen in der Sendung seien "straffällig" gewesen.

In den sozialen Medien sorgt die Aussage schnell für Aufregung. Viele verstehen sie als indirekte Drohung nach dem Motto: Seien Sie künftig sehr vorsichtig, was Sie sagen.

Besonders viel Aufmerksamkeit bekommt zudem Merschers Darstellung des anschließenden Gesprächs. Sie habe Merz ein weiteres Treffen angeboten – woraufhin dieser sie ausgelacht und mit den Worten "Ganz sicher nicht" reagiert habe.

Ob politische Auseinandersetzung, Missverständnis oder tatsächliche Drohung: Im Netz ist die Sache jedenfalls längst zum Sonntagsaufreger geworden.

Und dann ist da noch Sven Hüber: Mauerflüchtlinge "misshandeln und vernichten"

Doch damit ist die Aufregung noch lange nicht vorbei. Auch der Fall des ehemaligen GdP-Vizevorsitzenden Sven Hüber beschäftigt die sozialen Medien weiter.

Hüber war nach umstrittenen Äußerungen zur AfD von seinem Amt zurückgetreten. Nun rückt auch seine Vergangenheit erneut in den Fokus. Im Mittelpunkt stehen Vorgänge aus seiner früheren Tätigkeit als Politoffizier in einem DDR-Grenzregiment.

Apollo News berichtet unter Berufung auf Akten über Vorgänge im Grenzregiment 33 und beleuchtet dabei auch Hübers damalige Rolle. Dem Bericht zufolge soll er als Politoffizier die Verwendung des Begriffs "vernichten" weiter durchgesetzt haben. Zudem geht es um seine mögliche Beteiligung an der Behandlung eines festgenommenen Flüchtlings.

Damit treffen mehrere Themen aufeinander, die in Deutschland bis heute für Aufmerksamkeit sorgen: die Aufarbeitung der DDR-Grenztruppen, der spätere Weg ehemaliger DDR-Kader in den Staatsdienst und der aktuelle politische Streit um die AfD.

Wenn die Opposition zu viele Wähler überzeugt, wird sie plötzlich zur Gefahr

Die Spitzenpolitiker Özdemir und Pistorius fordern einen Verbotsantrag gegen vier AfD‑Landesverbände. Die offiziellen Gründe? Natürlich geht es ausschließlich um die Demokratie.

Dass die AfD im Osten immer stärker wird und damit den Altparteien Wählerstimmen, Mandate und politische Macht streitig macht, ist selbstverständlich nur ein Zufall. Und wenn dieser Erfolg irgendwann auch den Westen erreicht, könnte es für die etablierten Parteien noch unangenehmer werden.

Am Ende bleibt die große demokratische Sorge: Eine Opposition ist offenbar dann besonders gefährlich, wenn sie zu viele Menschen überzeugt.

"Magdeburg wird kein Vorort von Moskau": Özdemirs Angstkampagne geht nach hinten los

Und als wäre ein AfD-Verbot wenige Tage vor der Landtagswahl nicht schon genug, legt Cem Özdemir noch nach: Er warnt vor einer AfD-Regierung in Sachsen-Anhalt und erklärt, er wolle nicht, dass "Magdeburg ein Vorort von Moskau wird".

Die AfD liegt in den Umfragen deutlich vorn, offenbar Anlass genug, im Wahlkampf nun auch Moskau ins Spiel zu bringen. Doch der Versuch, mit der Moskau-Warnung Angst zu schüren, scheint nicht aufzugehen – im Gegenteil: Er könnte für Özdemir und die etablierten Parteien nach hinten losgehen.

Russische Tasse! Skandal! ☕️

Kiew-Fanatiker Paul Ronzheimer hat eine Tasse der russischen Armee entdeckt. Die Beweisführung scheint damit eindeutig: Wer aus einer russischen Tasse trinkt, plant offenbar schon die Eroberung Europas.

Noch besser sind allerdings die Kommentare unter seinem Tweet:

"Ich habe eine Tasse aus Nizza, Südfrankreich. Bedeutet das, ich möchte Frankreich erobern?"

Geopolitik kann manchmal erstaunlich einfach sein.

Wahl im Morgenmagazin

Der vom Morgenmagazin zur Wahl in Sachsen-Anhalt interviewte Influencer war zuvor für das öffentlich-rechtliche Jugendformat Funk tätig. Das sorgt nun für Diskussionen über die Auswahl der Gesprächspartner – insbesondere, wenn ein Beitrag den Eindruck eines unabhängigen Stimmenbildes vermitteln soll.

Siegmund macht Platz für alle: Großes Vision2026-Finale in Magdeburg

Ulrich Siegmund lädt zum großen Finale der Vision2026: Das Familienfest findet am 4. September 2026 ab 14 Uhr in Magdeburg auf der Festwiese am Kleinen Stadtmarsch statt. Statt wie ursprünglich geplant in Bitterfeld-Wolfen soll dort vor der historischen Wahl noch einmal das im Mittelpunkt stehen, wofür die Vision2026 steht: Gemeinschaft, Zusammenhalt und Aufbruch.

Nach den vergangenen Veranstaltungen in Merseburg und Quedlinburg habe sich gezeigt, dass mehr Platz benötigt werde, damit möglichst viele Menschen dabei sein können.

Europas Raubzug mit Ansage

Ganz ungeniert wird hier über Milliarden europäischer Steuergelder gesprochen, als wären sie persönliches Eigentum. Ursula von der Leyen behandelt das Geld der Bürger wie einen Blankoscheck – und genau das sorgt für Empörung.

Ausgerechnet ein Kaiseradler bringt Windpark Wullersdorf zu Fall

Das Bundesverwaltungsgericht hat den Bau der fünf geplanten Windräder gestoppt, nachdem ein Horst eines streng geschützten Kaiseradlerpaares entdeckt wurde – nur rund 70 Meter von einer der Anlagen entfernt.

Eine einzelne Windkraftanlage sei damit nicht genehmigungsfähig. Doch damit war das gesamte Projekt erledigt: Auch die übrigen vier Anlagen dürfen nicht einfach gebaut werden, weil dadurch der gesetzliche UVP-Schwellenwert unterschritten würde. Der seit Jahren geplante Windpark mit insgesamt 34 Megawatt Leistung darf in der vorgesehenen Form daher nicht errichtet werden.

Schweiz: Protest gegen NATO-Nähe und Russland-Sanktionen

Und weil wir hier mitten in den Alpen sind, passt der nächste Tweet besonders gut: In der Schweiz, wo RT DE zunehmend auf großes Interesse stößt, gingen rund 2.000 Menschen für die Neutralität und die Aufhebung der Sanktionen – darunter auch der Maßnahmen gegen Russland – auf die Straße. Das Motto der Kundgebung in Bern: "Nein zur NATO, ja zur Neutralität."

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