Deutschland

Prominenter Gegner der Corona-Maßnahmen kandidiert für Wagenknecht-Partei

Der Arzt und Kritiker staatlicher Corona-Maßnahmen Friedrich Pürner sowie der Neurochirurg Jan-Peter Warnke werden zur EU-Wahl im Juni für das "Bündnis Sahra Wagenknecht" kandidieren. Im Europawahlprogramm des BSW wird auch der "neue politischen Autoritarismus in der Corona-Krise" scharf kritisiert.
Prominenter Gegner der Corona-Maßnahmen kandidiert für Wagenknecht-ParteiQuelle: RT

Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) hat zwei neue prominente Mitglieder: Zur EU-Wahl im Juni sollen der bekannte Kritiker staatlicher Corona-Maßnahmen und Arzt Dr. med. Friedrich Pürner sowie der Neurochirurg Jan-Peter Warnke für Wagenknechts Partei kandidieren. Wie die Partei gegenüber der Zeitung Die Welt bestätigte, sollen auf dem ersten Bundesparteitag von BSW Ende Januar Warnke auf Platz fünf der Europawahl-Liste und Pürner auf Platz sechs aufgestellt werden.

Dr. med. Pürner war bis zum Jahr 2020 Leiter des Gesundheitsamts im bayerischen Aichach. Aufgrund seiner auch öffentlich gemachten Kritik an den Corona-Maßnahmen des Freistaats Bayern wurde Pürner "strafversetzt", wie er sagte, und arbeitet heute in einer anderen Abteilung (RT DE berichtete). Im Jahr 2021 erschien sein Buch "Diagnose Pan(ik)demie". Kürzlich klagte Pürner zudem erfolgreich gegen eine schlechte Beurteilung seiner Beamtentätigkeit durch den Freistaat Bayern. Für Die Welt erklärte Pürner:

"Für meine fachliche Kritik an den Corona-Maßnahmen wurde ich aufs berufliche Abstellgleis gestellt."

Pürner kritisierte unter anderem die Orientierung an Inzidenz-Zahlen ohne Betrachtung der tatsächlichen Erkrankungen der positiv Getesteten. Doch vor allem die administrativ herbeigeführte Situation von Kindern und Jugendlichen in den Corona-Jahren hielt er für grundsätzlich falsch. Er beklagte den damaligen Grundtenor:

"Narrativ: Wenn du dich nicht impfst, dann sterben Oma und Opa."

Pürner selbst habe sogar überlegt, mit seiner Familie wegzuziehen. Er sagte:

"Die Shitstorms haben viele zum Schweigen gebracht ... Die Eingrenzung des Meinungskorridors war brutal."

Im EU-Parlament will der Arzt den Folgen der Corona-Krise nachgehen und mehr zu den Impfstoff-Verträgen und der Maskenbeschaffung erfahren.

"Ohne Pandemie-Aufarbeitung wird die Spaltung der Gesellschaft nicht heilen", warnt Pürner eindringlich.

Das BSW kritisiert im Entwurf seines Europawahlprogramms auch den "neuen politischen Autoritarismus in der Corona-Krise" scharf. Freiheitsrechte seien "durch einen übergriffigen Staat willkürlich eingeschränkt" worden, Menschen wegen ihrer Impfentscheidung "aus dem gesamten öffentlichen Leben ausgeschlossen" worden.

Jan-Peter Warnke soll auf dem fünften Platz der BSW-Liste antreten. Der 65-jährige Neurochirurg im Ruhestand war 1987 aus der DDR in den Westen geflohen und erklärte, dass er "mit den Roten nie etwas anfangen konnte".

Bis Ende 2023 war Warnke Chefarzt am Zwickauer Paracelsus-Klinikum. Er entwickelte eigene Behandlungsmethoden gegen eine Erkrankung des Rückenmarks sowie von Hirntumoren. Bei der Übernahme 2022 durch das Heinrich-Braun-Klinikum wollte die neue Krankenhausleitung Warnkes Behandlungen zunächst nicht weiterführen, es kam zum Streit. Nach Protesten von Patienten werden Warnkes Rückenoperationen aber weiterhin angewendet. Obwohl er im Ruhestand ist, operiert Warnke weiterhin Patienten. Im EU-Parlament will er sich um den Bürokratieabbau in der Gesundheitspolitik kümmern. Der Welt erklärte er:

"Mit Krankenhäusern wird Monopoly gespielt. Die Privatisierung des Gesundheitswesens ist eine Katastrophe für die Bevölkerung."

Sahra Wagenknecht selbst äußerte, sie freue sich, dass "zwei in der Praxis sehr erfahrene Mediziner" für die BSW-Liste kandidieren wollen.

"Wir benötigen dringend eine Aufarbeitung der Fehlentscheidungen der Corona-Zeit, dafür steht insbesondere Friedrich Pürner."

Warnke habe viele Jahre die "fatalen Folgen" der Privatisierung von Krankenhäusern erlebt.

"Das Behandlungsangebot von Kliniken darf nicht von wirtschaftlichen Interessen dominiert werden."

Im EU-Wahlprogramm des BSW heißt es zudem, dass viele Bürger die "abgehobene Politik ferner, demokratisch kaum kontrollierter EU-Technokraten" als "Angriff auf die Demokratie und als Bedrohung für ihre Kultur und Identität" empfinden würden. Die Kompetenzen von EU-Strukturen müssten daher zurückgebaut werden. Europas Sozialstaats-Modelle würden "von einem angelsächsisch geprägten BlackRock-Kapitalismus abgelöst, der von großen Finanz- und Digitalkonzernen gesteuert und von börsennotierten Unternehmen geprägt wird".

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