
Afrikas Schiedsrichter des Jahres 2025 darf nicht zur Fußball-WM in die USA einreisen

Die am Donnerstag startende Fußball-WM hat bereits vor dem Anpfiff des ersten Spiels ihren ersten "Schiedsrichter-Skandal". Dem prämierten somalischen Schiedsrichter Omar Artan wurde am Flughafen von Miami durch die Beamten der Einwanderungsbehörde die Einreise in die Vereinigten Staaten verweigert, woraufhin der im Vorjahr ausgezeichnete "beste Schiedsrichter Afrikas" nach Istanbul zurückflog, von wo er auch angereist war. Somalia gehört dabei zu jenen Ländern, die auf einer von der US-Regierung unter Präsident Donald Trump erstellten Liste mit generellen Einreiseverboten stehen.
Die Fußball-WM 2026 findet in Kanada, Mexiko und den USA statt. Das Eröffnungsspiel wird am 11. Juni um 21 Uhr deutscher Zeit in Mexiko-Stadt angepfiffen. Im Vorfeld des weltweit erwarteten Sportereignisses kommt es nun zu einem weiteren fraglichen Vorfall. Der somalische Schiedsrichter Omar Abdulkadir Artan wird dabei nicht wie eingeplant an der diesjährigen Weltmeisterschaft teilnehmen, nachdem ihm die Einreise in die Vereinigten Staaten verweigert wurde, wie die FIFA bereits am Montag gegenüber US-Medien bestätigte.

Das somalische Sportministerium teilte laut der Agentur AFP mit, Artan habe ein gültiges Visum für die USA gehabt, wurde nichtsdestotrotz seitens der Einwanderungsbehörde am Flughafen in Florida abgewiesen. Der 34-Jährige sollte ursprünglich laut FIFA-Planung sowohl in den USA als auch in Kanada und Mexiko mehrere Spiele leiten.
Artan zählt in der Branche zu den besten Schiedsrichtern der Welt und wurde im Jahr 2025 von der CAF (Confederation of African Football) im Rahmen einer Preisverleihung im November des Vorjahres als Afrikas bester Schiedsrichter ausgezeichnet.
Der Zoll- und Grenzschutz am Flughafen von Miami bestätigte dem US-Portal The Athletic den Vorfall, um weiter zu Protokoll zu geben, dass der Somalier "einer zusätzlichen Überprüfung unterzogen worden sei". Dabei wurde dann festgestellt, dass der FIFA-nominierte Schiedsrichter vermeintlich "nicht einreiseberechtigt ist". Laut FIFA-Information teilten die Behörden zudem mit, dass sich an Artans Status "nichts mehr ändern wird".
Flughafenbeamte erklärten gegenüber dem US-Sender CNN zum vorgeschriebenen Ablauf des Ereignisses:
"Während der Abfertigung wurde der Reisende einer zusätzlichen Kontrolle unterzogen, was ein routinemäßiger Bestandteil des Kontrollverfahrens der CBP ist, wenn Beamte Informationen überprüfen oder die Einreiseberechtigung feststellen müssen."
Die ARD-Sportschauredaktion listet in einem Artikel die sich nun anhäufenden Ereignisse im Vorfeld des Turniers:
- Der Schweizer Nationalspieler Breel Embolo bekam erst im Anschluss an eine nachträgliche Überprüfung ein Visum und ist inzwischen bei seiner Mannschaft angekommen (RT DE berichtete).
- Der irakische Stürmer Aymen Hussein wurde am Flughafen Chicago fast sieben Stunden festgehalten und befragt, einem Fotografen des Teams wurde die Einreise verweigert.
- Die Spieler des Iran dürfen zu ihren drei Spielen in Seattle und Los Angeles vom Trainingscamp in Mexiko aus in die USA einreisen, müssen aber am selben Tag zurück. Für viele Mitglieder der iranischen Delegation gibt es noch kein Visum.
- Mehrere schottische Fans hatten laut BBC teure Eintrittskarten gekauft und bleiben nach einem verweigerten Visum nun auf den Kosten sitzen.
In einer FIFA-Stellungnahme vom Montag heißt es, dass diese "nicht an den Einwanderungsverfahren des Gastgeberlandes, einschließlich der Visumsentscheidungen, beteiligt ist und von den Behörden darüber informiert wurde, dass der Status von Herrn Artan derzeit nicht geändert wird", so die offizielle Darlegung des verantwortlichen Veranstalters.
The match officials for @FIFAWorldCup matches 1, 2, 3 and 4 have been appointed. 🤝
— FIFA (@FIFAcom) June 8, 2026
Der Fußballverband wird kontrovers wahrgenommen und steht unter der Ägide des kritisierten schweizerisch-italienisch-libanesischen Fußballfunktionärs Gianni Infantino. Laut CNN-Artikel erklärte der Verband, dass "wie bei früheren FIFA-Veranstaltungen" letztlich die Regierung des Gastgeberlandes bestimmen würde, "wer ein Visum erhält und wer in das Land einreisen darf".
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